Sonntags-Sorgen #5

Ui, was sich in einer Woche nicht alles verĂ€ndern kann! 😂 diese Woche könnte ich wohl gar nicht aufhören von meinen Sorgen und Baustellen zu berichten! FAST hĂ€tte ich es heute auch verpasst den Eintrag rechtzeitig fertig zu machen. Aber schreiben und publizieren geht ja bei mir quasi in einem Aufwisch.

Gerade ist es kurz nach 23 Uhr, Sonntags und ich befinde mich auf sowas wie einem Walk of Shame. Schon mein zweiter Abend, hintereinander. Gestern lief Àhnlich. Nur keine Panik, ich erzÀhle euch davon. Immerhin stufe ich all das unter Sorgen ein.

Gestern Abend spielte ich eine Vorstellung und danach mischte ich mich unter die Leute und an die Bar des Hauses. Ich bestellte GinTonic mit Zitrone und bekams aufs Haus. tenor (1)„Entschuldigen Sie.“, spricht mich eine Ă€ltere Dame mit einem etwa gleichaltrigen Mann im Schlepptau an und tippt mir mit einem freundlichen LĂ€cheln auf die Schulter. „Wir möchten Sie nicht stören!“, sagt sie und deutet auf den Mann hinter/neben ihr. „Wir möchten Ihnen nur sagen, dass Sie großartig waren! Wie sie das gespielt haben! Fantastisch!“ Ich lĂ€chle und bedanke mich. Der Drink kann gar nicht schnell genug meinen erhitzten Körper kĂŒhlen.

Die beiden sprechen dann noch eine Zeit lang mit mir. Andere gesellen sich dazu. Bekannte von der Uni sagen kurz Hallo. Eigentlich ist das jetzt der Teil des Abends, wo ich losgelöst und glĂŒcklich sein könnte und meine nervöse Energie, die ich durch den Adrenalin-kick auf der BĂŒhne bekommen habe, abbauen könnte. Die After-Party mit dem Cast ist bald in vollem Gange und ich tanze ausgelassen und angeschwipst, immer noch geschminkt und halb bekleidet, weil super warm, im Probenraum zu schlechter Musik herum. Das ist okay, das machen alle so.

Irgendjemand kennt irgendjemanden, der mich noch nicht kennt und den ich aber unbedingt kennenlernen muss und ich unterhalte mich in einer Verschnaufpause mit einem Typen und esse Knabbermix, wĂ€hrend er versucht mir aus seinem Leben zu erzĂ€hlen. Seine Haare sind voller Textur und sein Akzent frei von KĂ€rntnerischem Slang. Ich beginne ihn mir genauer anzusehen. Anscheinend ist er der Kumpel eines Technikers hier und single und…ich laufe mit ihm nachhause. Aber das bin nicht wirklich ich. Ich bin immer noch in der KĂŒnstlergaderoben-Toilette eingesperrt und habe mein schauspielerndes, charismatisches Ich vorausgeschickt. Ich spiele mit diesem Typen, in gewisser Weise spielt er sicherlich auch mit mir, aber ich habe das GefĂŒhl, dass ich nicht nur leer, sondern gar nicht da bin.

In seiner Wohnung angekommen, ist er zwar immer noch der Typ von vorhin, aber ich spĂŒre es einfach nicht. SpĂŒre mich nicht. Will ihn nicht spĂŒren. Weder seine HĂ€nde auf meinen BrĂŒsten, noch seinen Atem in meinem Nacken. Ich sage, dass ich mich nicht wohl fĂŒhle und eigentlich auch schon ziemlich mĂŒde bin und gehe, ohne, dass etwas passiert wĂ€re.

Heute, war keine Vorstellung und auch Lucy kam nicht vorbei. Ich stelle erstaunt fest, dass ich schon gar nicht mehr weiß, was ich mit mir selbst anfangen soll, wenn sie nicht da ist. Um 6 Uhr FrĂŒh geht der Wecker und ich drehe mit dem Hund eine ausgiebige Runde. Niemand ist auf der Straße und es fĂŒhlt sich so an als wĂŒrde die Stadt uns gehören. Muhahahahaaa Weltherrschaft! Wieder zuhause war der Hund mĂŒde und bekam sein Fressen und ich hĂ€tte eigentlich zu lernen beginnen sollen. Tat ich aber nicht. Beschloss mich noch kurz ins Bett zu legen, weil die vergangene Nacht sehr seltsam und unruhig war und ich erst in den Morgenstunden heimgekommen war und…schlief dann bis nach 12 Uhr Mittags. Fabelhaft. Irgendwie lief nichts rund an diesem Tag und ich vertrödelte dann noch einen Haufen Zeit und war gar nicht Uni-produktiv.

Gegen 20 Uhr Abends, beschloss ich mich spontan mit einer Freundin fĂŒr ein Konzert im Park zu verabreden. Es war irgendwie alternative, aber auch Hip Hop und wisst ihr, wen ich dort sah? Den ehemals neuen Philipp! Kein Scheiß! HĂ€tte ich mir eigentlich eh denken, können, dass der bei sowas anzutreffen ist, aber…es war eine spontane Aktion und es war auch ĂŒberhaupt nicht schlimm ihn dort zu sehen. FĂŒr ihn vielleicht seltsamer wie fĂŒr mich. Jedenfalls, ließ ich mir davon nicht die Stimmung verhageln und war sogar ein kleines bisschen amĂŒsiert, weil ich das ja erst Text-technisch mit euch geteilt hatte—die Geister die ich rief 😉

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Dort im Park, auf der Wiese, bei guter Musik und einem Bier, quatschte mich ein Typ an. Irgendwie halb-Japaner mĂŒtterlicherseits, dafĂŒr aber relativ groß und mit orangen Schuhen. Nicht so wirklich mein Fall und trotzdem…dachte ich wohl, dass ich mit zu ihm gehen könnte. Ich hatte noch nie einen ONS. Ich bin gerade ein bisschen verloren und ich wĂŒrde meine Festplatte gerne ĂŒberspielen. UnvernĂŒnftig und dĂ€mlich, ich weiß. Wusste ich dann auch wirklich wieder, als ich mit dem Marketing-Master-Studenten auf der Couch herumknutschte und der Netflix-Film vollkommen vergessen war. Er kĂŒsste gut. Nichts von all dem was er machte, oder seine Wohnung, waren unangenehm oder nicht ansprechend. Trotzdem spĂŒrte ich ganz deutlich, dass ich das eigentlich nicht will. Dass ich das eigentlich nicht bin.

Also ließ ich auch ihn, mit nacktem Oberkörper und relativ verĂ€rgert zurĂŒck. Schon klar, dass der sich mehr erwartet hatte. Ich mir ja auch. Aber zwingen lasse und werde ich mich selbst zu nichts. Auf gar keinen Fall. Mittlerweile bin ich ĂŒbrigens bei mir zuhause angekommen. Andi ist noch wach und setzt sich kurz zu mir auf den Balkon. Er erzĂ€hlt mir irgendetwas bezĂŒglich unserem Strom-Anbieter, den wir wechseln wollen und ich unterbreche ihn, weil ich wissen will, ob wir noch irgendetwas SĂŒĂŸes haben. Oder NĂŒsse? NĂŒsse wĂŒrden mir auch schon reichen. Wir haben nichts SĂŒĂŸes, aber Andi ĂŒberlĂ€sst mir großzĂŒgig seinen selbstgemachten Vanille-Pudding. Andi war mal Koch. I am a lucky girl. Und so geht er zu Ende, dieser Sonntag. Kein Tag, an den ich mich wirklich jemals zurĂŒck erinnern muss. Festgehalten, wĂ€re er jetzt aber.

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