Komm, Baby, Komm

Afrika und ich, das war eine Liebesgeschichte schon seitdem ich denken kann. Falsch: seitdem ich träumen kann. Und irgendwann machte ich mir meinen Traum einfach wahr. Es ist der Sommer vor ein paar Jahren und den Sand unter unseren Füßen gibt es schon länger als wir Menschen uns Geschichten erzählen.

Was ich nicht erahnen konnte war, dass ich in Afrika auch meine persönliche Liebesgeschichte finden würde. Eine, die über das Land hinaus ging, es aber nie verließ. Damals, am Ufer des Sees, mit dem Sand unter den Füßen und Fingernägeln…damals erlitt ich einen meiner größten Herzschmerze. Schon bevor ich losflog war es ein bisschen angeknackst…aber meine Gefühle für dich gaben den entscheidenden Rest. Meine Gefühle und die Entscheidungen die ich dagegen traf.

Trotzdem würde ich heute alles wieder so machen. Nicht weil sich meine Gefühle für dich gändert haben, sondern weil es deine Umstände auch nicht taten. Nicht tun.

Jetzt gerade, wie ich so alleine am Wasser sitze, umringt von Bergen und der kalten Luft eines regnerischen Sommerabends und nichts so ist wie es in Afrika damals war, erwachen meine Erinnerungen plötzlich an dich. Weil ich unsere Geschichte für Millionen Menschen im Radio erzählt habe. Nicht die ganze. Nicht mal die halbe Geschichte. Aber eben doch etwas davon. Und dadurch habe ich sie jetzt gerade wieder im Ohr. Immer noch auf dem Herzen. Weil die Frage danach was ich will auch heute noch eine undurchsichtige ist. Eine die ohne gebrochenes Herz nicht auskommt.

Es ist als würdest du vor mir stehen. Wilde schwarze Locken und dieses Gesicht, das so gemalt aussieht wie die Bilder deiner Vorfahren. Alles an dir ist so schön und die hereinbrechende Nacht macht es nur kitschiger. Ich habe deinen Geruch nicht mehr in der Nase, aber bilde mir ein deine Finger auf meiner nackten Haut zu spüren. „Komm!“, sagts du, und lächelst mich an. „Komm, baby, komm!“ Ich weiß nicht wieso mir Tränen in die Augen steigen.

Ich stehe auf. Von meinem Platz am See. Kontinente von dir entfernt die sich wie Lichtjahre anfühlen und fahre mir mit den Fingern durch die splissigen Enden meiner Haare. Ich atme einmal tief durch. Was ich will bist wohl irgendwie immer noch du. Aber damals wie heute gilt, dass man nicht immer haben kann was man will. Das Leben geht weiter. Die Liebe bleibt eine Lektion.

 

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  1. *Die Liebe bleibt eine Lektion …*

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