Baby, das reicht mir nicht

Es war im Sommer. Die Texte aus der Zeit lassen es erahnen. Knapp ein Jahr nach unserem Beziehungsversuch trittst du wieder in mein Leben. Nicht, dass du es nicht vorher auch schon ab und zu versucht hättest. Aber das habe ich ignoriert. Da blieb ich so hart wie mein Herz weich war. Ich würde gerne sagen, dass es am Sommer lag. Aber das wäre wohl einfach nicht die Wahrheit. Und wo genau die liegt weiß ich nicht.

Du bist also wieder da und lässt dich auch nicht abschütteln und das schmeichelt mir und dem romantischen Gnom in mir, der mich so oft in die beziehungstechnische Scheiße reitet. Wie ich aber nun mal bin, sattle ich das immer noch müde Pony auf dessen Hof ich mir das süße Leben mit dir vorstelle und mache mich bereit mit dir in den kitschigsten aller Sonnenuntergänge zu reiten.

Und natürlich passiert das nicht.

Natürlich. Natürlich! NATÜRLICH! Passiert das nicht. Sämtliche Ponys der Welt schütteln ihren hübschen Mähnen-Kopf und sperren ihre Pony-Box von innen zu. Damit ich und der dumme Gnom ja nicht wieder auf die Idee komme eines von ihnen bis zur Erschöpfung, letztlich nur im Kreis, herumzuführen. Irgendwo ist das Leben bestimmt ein Pony-Hof. Nur eben nicht hier. Nicht mit dir. Irgendwann muss ich das ja kapieren.

Und ich kapiere. So richtig.

Es ist jetzt über zwei Monate her, dass ich alle seine Bilder und Nachrichten gelöscht und seine Nummer blockiert habe. Überraschender Weise hat es mich nicht zerrissen.

Ohne Vorwarnung. Ohne Drama. Plötzlich, in irgendeiner Nacht in meinem Bett, nachdem ich eine Nachricht von dir bekommen hatte die wieder mehr mixed als eine tatsächliche Message war, habe ich einfach beschlossen, dass das die letzte ist. Ich habs einfach echt nicht nötig. Was auch immer diese Shit-Show unserer Twentysomething Verwirrung war: Baby, das reicht mir nicht. Du riechst mir nicht. Aber das Level an Drama mit dem du immer wieder in mein Leben gestolpert bist, oh boy- das hat mir gereicht. Für mehr als ein Leben und mehr als eine Blog-Domain.

Es ist also vorbei. Vorbei-vorbei. Und plötzlich schlägt mein Herz viel freier und stärker als zuvor. Falls mich wer sucht: ich gehen gerade der Sonne entgegen. Der Froschprinz ist tot. Der Blog lebt. Die Freiheit fühlt sich nach Freiheit an.

 

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