Mashallah, Bruder

„Mashallah“ – kein Ausdruck der mir als Mit20igerin und katholischem Landkind irgendwie geläufig wäre. Früher nicht und heute auch nicht. Bis eben jetzt.

Wie ich da so den Gang hinunter stöckle, meine Lehrerinnen Tasche über der Schulter und den Jute-Beutel mit der Aufschrift „Se Fjuta is Nau!“ in der Hand halte, höre ich es zum ersten Mal bewusst. Eine Gruppe Schüler kommt mir entgegen, alle über 18 an der Schule an der ich bin, und als ich vorüber bin sagen sie zueinander „Mashallah, Bruder! Mashallah!“ und bleiben stehn. Ich geh weiter und ignoriere die Testosteron-Teens geflissentlich. Kleines Junglehrerinnen-1×1.

Außerdem hab ich keine Ahnung was das heißen oder bedeuten soll. Es klingt nicht abwertend, aber unangebracht. Nicht nur weil ich unter anderem katholische Religion unterrichte. Ich fühle mich als würde ich mehr Informationen benötigen, bevor ich das nächste möchtegern-Alpha-Männchen am Gang zusammenstauche.

In einer meiner Klassen frage ich dann ob sie mir erklären können was Mashallah bedeutet, weil sie es auch wie Konfetti verbal um sich schmeißen, und komme mir dabei ziemlich alt vor. Sich von Schülern Jugendsprache erklären zu lassen ist wohl der ultimative Wake-Up Call.

Mashallah ist also anscheinend sowas wie „Preiset den Herrn!“ Oder auch „Dank sei dem Herrn“ bei uns im christlichen Sprachjargon. Man sagt das hauptsächlich, wenn einem was Gutes widerfährt. Oder eben wenn man, wie anscheinend bei den Zwischenfällen bei mir, die „Schöpfung“ preisen will. Konkret wohl meinen Knochenbau. „Das is voll die appreciation, Frau Professor!“, sagen mir die Jungs in meiner Klasse. Ich sage nur : „Aha.“ und beginne dann mit meinem Unterricht und iwo ruft ein Schüler „Wallah“. Da frag ich jetzt aber nicht nach.

4 Kommentare Gib deinen ab

  1. marie sagt:

    Ich breche grade weg vor lachen… ich hab beruflich auch mit Jugendlichen zu tun und zieh sie immer auf, wenn sie wallah (Ich schwöre!) sagen, weil sie es zwar sagen, um dem Gesagten Nachdruck zu verleihen, aber selten, weil es auch tatsächlich stimmt. Bin mir nicht ganz sicher, ob du jetzt weißt, was ich meine. Manchmal antworte ich mit ‚Saibling‘ oder ‚Forelle‘ und erkläre ihnen, dass der Waller ein heimischer Fisch ist, so wie eben Forelle und Saibling auch😂

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    1. Haha! Alles klar! Forelle! 😅

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  2. marie sagt:

    😂😂😂😂

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