Das erste Mal

Es ist spät. Wie spät weiß ich nicht. Ich liege neben dir, du neben mir. Eigentlich liegen wir auch irgendwie ineinander, aber nicht so wie noch vor einer Stunde. Da warst du in mir und ich um dich und es war alles andere als perfekt.

Es war weder dein noch mein erstes Mal. Klar, wir sind am anderen Ende der 20iger angekommen. Trotzdem waren wir nervös. Du noch ein bisschen mehr als ich. „Das passiert mir sonst nie“ hast du nicht gesagt, aber seltsam war es trotzdem.

Währenddessen und danach hältst und küsst du mich. Fest. Innig. Ich fühle mich schön, stark und geborgen. Das Leben ist hart genug, da muss es dein Penis gar nicht immer sein. Wieso redet darüber eigentlich keiner? Ich bin mir sicher, dass es da mehr Männern so geht. Tabuthema?

Wir liegen also neben-ineinander und haben schon sehr lange nichts mehr in die Stille zwischen uns hineingesprochen. Dann sagst du meinen Namen, küsst die Haare zwischen Stirn und Haupthaar und flüsterst „Ich liebe dich“.

Es ist nicht der perfekte Moment. Bei jedem anderen Typen hätte ich gedacht er versucht schlechten Sex mit guten Worten und viel Emotion zu überdecken. Aber ich weiß es besser. Ich fühle es besser.

Ich drehe meinen Kopf und lächle in deine Halsmulde hinein. Das hier ist das erste Mal, dass sich alles richtig anfühlt, auch wenn nichts perfekt ist.

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