Come through Herzschmerz

Mein Handy spricht nur mehr auf Französisch mit mir. Mein Computer ist auf Spanisch eingestellt. Die Leute auf meinem floor sprechen Englisch unter sich und mit mir. Mein Herz spricht überhaupt nicht mehr.

Ich lese ein deutsches Buch das vermutlich so viel wiegt wie ein mittelgroßer Hund. Ist fraglich ob ich mir das alles zum Thema 1. WK merke. Mal abgesehen davon, dass es nicht das einzige Buch ist das ich dazu lesen soll. Ich drehe mich im Schreibtischsessel und beschließe einen Nachtspaziergang zu unternehmen.

In Wien schien heute tagsüber die Sonne. Trotzdem habe ich mich für den Job in New York beworben. Ob ich ihn wirklich will weiß ich nicht. Aber das scheint wieder so eine mir in den Schoß fallende Geschichte zu werden. Ich weiß auch nicht.

Als mir die kalte Luft in die Lungen hinein, und meine Finger durch die Haare fahren, stelle ich nicht nur meine Pläne, sondern auch mich in Frage. Seit wann nochmal habe ich das Bedürfnis die Welt einzureißen?

Mein Leben jetzt ist so anders. So auf der Überholspur. Ich habe keine Zeit. Für nichts und niemanden und schon gar nicht zum innehalten und nachdenken. Was ich will? Noch nie war das so unklar. Noch nie war so viel möglich.

„Eine Elite für den Weltfrieden.“, titelte die Frankfurter Allgemeine. Tja. Wer weiß. Ich hoffe. Aber gerade fühlt sich dieser Weg sehr, sehr einsam an. Und in mir wächst ein beklemmendes Gefühl, dass es so bleiben könnte. Dass ich für immer einsam sein werde.

Meine Sorgen kann ich schlecht mit jemandem teilen. Die Menschen in Beziehung verstehens sowieso nicht. Und alle anderen…sehen meinen Weg, und den Erfolg hier, und finden es eher schwer, wenn ich jammere. Weil, hey, ich bin doch super privilegiert. Unter 700 Bewerbungen ausgewählt. Auserkoren. Die Welteroberin, während meine Freundinnen und Freunde in den Dörfern unseres Hinterlandes das Geschehen im Fernsehen beobachten. Klar muss man Opfer bringen. Aber dafür habe ich mich ja entschieden, richtig? Richtig??? Die Elite sind wenige. Da gehört Einsamkeit vlt einfach dazu.

Ende Juni werde ich in den Chor aufgenommen. Danach gehts für die erste Reise nach China. Und dann New York? We will see. Tief in mir drinnen weiß ich, dass ich auch gerne hier bleiben würde. Nicht nur wegen dem Hund, sondern auch wegen mir… Aber nichts hält mich. Ich bin frei. Ungebunden. Wieso die sogenannten Vorteile des Single-Daseins nicht vollkommen ausreizen, in der Hoffnung sie irgendwann auch (auszu)kosten? Vom Herzschmerz einer Ungeliebten getrieben treibe ich mich ins Leben hinein, in der Hoffnung, dass mich vlt irgendwann jemand auf einem Flughafen dieser Welt aufhält und halten will.

Es ist ein weiterer Valentienstag der ins Land und in mein Leben zieht, und an dem ich alleine Käsekuchen mit Erdbeeren essen werde. Ich werde wie ca. 200.000 andere Ösis meine Stimme abends im Radio hören, und meine mit Käsekuchen verschmierten Lippen werden sich leise zu meinem Text über den Valentienstag mitbewegen. Ich werde semi-weise Worte in viele Ohren flüstern, und dabei doch traurig sein, dass es mir immer noch nicht gelungen ist mich in all der Zeit tatsächlich in jemanden zu verlieben, und geliebt zu werden.

Come through Selbstmitleid. Heut Nacht bist du mein Herzschmerz.

6 Kommentare Gib deinen ab

  1. Dir trotzdem einen schönen Valentinstag❤ der Tag wird ohnehin immer mit viel zu vielen Erwartungen aufgeladen, aber ich versteh, wie du dich fühlst! Fühl dich umarmt!

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    1. Merci ❤ Dir auch einen schönen Tag an dem Bischof Valentin geköpft wurde

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  2. Annas Welt sagt:

    Das mit dem Gefühl der Einsamkeit kann ich so gut verstehen ich gehe auch einen ziemlich individuellen Weg und da Leute zu finden die ihn mit einem gehen können/wollen ist da nicht so einfach aber hey laut Radio ist heute ein Tag der liebe also auf diesem Wege möge den Herz voll Sonne und unter deinen Flügeln eine sanfte Brise sein 💕

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    1. Danke, Annas Welt! Happy Valentine!

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  3. RiesenGremlin sagt:

    Es ist einsam an der Spitze, aber das Essen ist eben besser… 😉

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