Eine Nachricht von Mark

Drei Tage lang hatte ich in den Untiefen Perus kein Internet. Drei Tage in denen mich Bilder von der Marillenernte meiner Großeltern erreicht hätten, die Frage einer Freundin wie es mir geht und die einer anderen Freundin, dass sie an mich denkt. Und ein Bild von meinem Hund bei meinen Eltern.

Auch erreicht hätte mich in diesen drei Tagen eine Nachricht von Mark. Jaja. DER Mark. Mein Mark. Mein Herzmenschmark. Der sich dann als verheiratet herausstellte. Egal wie unglücklich. Herzschmerz. Extrem.

Über Mark schreibe ich nicht. Zumindest fast nicht. Weil ich über die wirklich schweren Dinge und Menschen nicht schreiben kann. Nicht schreiben will. Zumindest nicht hier. Zumindest meistens.

Gerade aber ist die Intensität zu groß. Ist Mark zu groß. Das Loch in meinem Herzen das er wieder aufreißt und das ich nur mit schnellen, bunten, schweren Worten füllen kann, die ich in der Nacht in meine Handytastatur schmettere. Warum, Mark? Warum?

Er wird Vater. Ich weiß nicht wieso er mir das schreibt. Er wird Vater. Papa. Beschützer. Lebenserzeuger-und Begleiter zugleich sein. Mark. Wird Vater.

Ich lese die Nachricht und weiß nicht wohin mit dem Schwall an Gefühlen der mich ergreift. Wohin mit dem mulmigen  Bauchgefühl das sich über meine Speißeröhre nach oben und wie Blei über meinen Mund legt. Ich habe keine Worte und keine Luft und reiße das kleine Fenster meiner feuchten Unterkunft auf, dessen Ausblick an der Hauswand, eine handbreit gegenüber, endet.

Es ist als würde dein Parfüm noch in der Luft liegen und dein Lachen durch den Raum tanzen. Ich weiß nicht ob ich mir Nase oder die Ohren zuhalten soll und presse dann meine Finger an den Mund. Das „Nein!“ entfährt mir trotzdem. Ich weiß nicht genau wozu ich nein sage. Nein zu dieser Realität? Nein zu allem was da gerade passiert oder passiert ist?

Er vermisst mich. Auch das schreibt er. Aber es wird weniger. Das schreibt er zwar nicht, aber es ist nur logisch. Jahre sind zwischen unserer Distanz ins Land gezogen. Romantische Gefühle altern schlecht.

Sobald er Vater ist wird sich auch der letzte Rest seines Lebens und Strebens, das sich noch nach mir ausrichtet, drehen. Vielleicht sage ich dazu nein. Nein zu einem Nein das ich selbst zwischen uns in den Raum geworfen  und mit dem ich eine Mauer errichtet habe, von der Trump nur Nachts feucht träumen kann.

Da ist es. Mein Herz. Es meldet sich. Laut schreiend und kämpfend. Irgendwie beruhigend, dass es noch funktioniert. Es darf sich nur nicht selbst zerstören.

Du wirst Vater. Träger der Zukunft. Ich werde Vergangenheit. So sehr wie ich es zuvor in unserer Geschichte noch nie war. Und irgendwann wird das nicht mehr weh tun. An einem Tag in MEINER Zukunft. An dem ich nicht aus dem Fenster in eine Wand starre.

 

12 Kommentare Gib deinen ab

  1. christophrox sagt:

    Rührend. Deine Männer Nostalgie. Als wärst du 80 und nicht in der Blüte deines Lebens. Lass dich mal ordentlich von einem Typen knallen, dann verschwinden auch die Geister der Vergangenheit 😀

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    1. Also sorry, aber der letzte Spruch geht gar nicht, auch wenn er witzig gemeint sein sollte. Kein Mann der Welt kann jemals so „gut“ im Bett sein, dass man ausgerechnet dabei über nen Verflossenen hinwegkommt. Das ist vielleicht männliches Wunschdenken🤔

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      1. christophrox sagt:

        Ihr seid beide wunderbare Drama-Poetinen und dafür mag ich euch sehr, aber manchmal könnt ihr auch maßlos übertreiben 🙂

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    2. So funktionieren wir Frauen nicht. Wir vergessen nicht nur weil uns ein anderer Mann knallt. Männer können das vielleicht oder wollen das sogar.
      Wenn es so leicht wär wären viele Gedanken/Theorien/Gefühle viel einfacher zu verarbeiten.

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      1. christophrox sagt:

        Ein neuer Macker und wir würden kein Wort mehr lesen von Männern, mit denen sie vor 3 Jahren das letzte Mal Händchen gehalten hat. Darauf wette ich.

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      2. Na dann wetten wir mal…….
        Jemand der dein Herz so berührt hat (Oder der dich verletzt hat), denn trägst du immer bei dir.

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    3. Für so dumm wie du da schreibst, hätte ich dich gar nicht gehalten. Man lernt halt nie aus 💁‍♀️ Dabei möchte man meinen gerade du, der jahrelang irgendwelche Single-Mädchen Blogs liest, hätte anderen Männern gegenüber einen Vorsprung. I feel sorry for you. Deabonniere einfach meinen Blog, bevor ich sich blockieren muss. Frauenfeindliche und machistische Einstellungen die sich in Kommentare manifestieren haben hier nichts verloren, und sind eine Zumutung. Bye.

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      1. christophrox sagt:

        3 Jahre und du denkst noch immer darüber nach, ob du und der Froschprinz füreinander bestimmt sind. Dabei passiert nichts.

        Und Mark … soll ich jetzt wieder aus deinem Blog zitieren?

        “Weg von Mark. Weg von den Fröschen in meinem Prinzessinnen-Teich. Hinein ins Leben. Was auch immer das eigentlich ist und ganz egal welche Geschichten es noch schreiben wird.”

        Das ist nicht frauenfeindlich, das ist eine Erinnerung. Move the fuck on.

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      2. Und du vergisst, dass mein Blog nicht mein Leben dokumentiert, sondern nur gewählte Ausschnitte zeigt. Die ich wiederum schon für den Blog ändere und adaptieren. Geschichten. Keine Berichte. Ein Blog. Keine Aufzeichnungen.
        Und selbst wenn, würde es dir als fremden Irgendjemand in keinster Weise so, oder weniger flegelhaft, zustehen zu Urteilen. Deine Aussage jetzt war respektlos und verzogen. Die davor waren das und frauenfeindlich. Das Internet kennt andere dunkle Ecken für Typen wie dich. Mein Blog ist es nicht. Wenn dich persönlich aufregt was du hier in Ich-Perspektive von MIR glaubst zu lesen, was halt einfach nicht mein tatsächliches Leben ist, dann klick doch bitte weg. Wie bei Fernsehsendungen. Ganz einfach. Keiner sagt, dass dir Verliebt in Berlin gefallen muss.

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      3. christophrox sagt:

        Wenn du hier eine Kunstfigur erschaffen hast und eh alles fake ist, was stört dich dann an meinen Kommentaren? Verliebt in Berlin finde ich toll 😍

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      4. Weil die Aussage: „die gehört einfach nur mal richtig durchgefickt“, in jedem Zusammenhang, einfach so empörend und Frauen-verachtend ist, dass ich das nicht kommentarlos stehen lassen kann. Wie übrigens Gott sei Dank viele andere auch nicht. Aber es ist mein Blog und bei sowas fühle ich mich verantwortlich. Ich hoffe wir lesen uns einfach nicht mehr. Einsehen kannst dus ja anscheinend nicht, dass sowas echt nicht geht.

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      5. christophrox sagt:

        Genauso wird es kommen aber ich wünsche deinem fiktiven Ich trotzdem alles Gute. Bye.

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