Die Bienenkönigin ist tot. Teil 1.

Bumble. Keine Ahnung wieso ich das Bedürfnis hatte diese App herunterzuladen. Vielleicht weil meine gesamte Familie nach Weihnachten sofort in die nächsten Flieger nach NY und sonstwohin sprangen. Vielleicht weil ich dadurch meine Pläne mit M in Frankfurt ins neue Jahr zu feiern baden gingen, weil alle meine Hundesitter kurzfristig umdisponierten. Die können ja. Ich kann nicht, stelle ich sehr schmerzvoll fest. Gefangen im Ö Outback. Nicht die Ferien die ich mir vorgestellt hatte.

Neujahr hat nun zum 3.Mal etwas Trauriges für mich. Das liegt am Single-sein. Am Single-sein mit Hund. Ich fürchte mich praktisch schon ab Mitte Oktober vor diesem „Tag“-Nacht-Konzept der Jahreswende auf dem so viele Erwartungen liegen. Scheiße ist das. Ich nehme also an all das hat mich irgendwie in den Bumble-Jungle einsteigen lassen. Das und eine YouTuberin die darüber ihren augenscheinlich perfekten und nicht gesponserten Freund gefunden hat. „Ich habe nichts zu verlieren!“, sagte ich mir und hatte damit erschreckender Weise recht.

Mein mini-Profiltext machte klar dass ich vom Körperbau eher zwergenhaft und vom Ego eher überdimensional bin, Hunde über Katzen stelle und dass es sich bei mir definitiv nur um „another special snowflake trying to land her snowman“ handelt.

Bei Bumble muss die Frau den ersten Schritt machen. Der Mann in der Match-Konstellation kann nicht zuerst schreiben. Interessant- dachte ich und „Boy fing HELL ist das stressig!“, stellte ich sehr rasch fest. Auf jedem Match liegt ein 24h Zeitfenster. Verpasst man das, hat man vlt den potentiellen Seelenverwandten verpasst. Ich kam mir vor wie eine Bienenkönigin die ihren Stock mit potentiellen emisigen Arbeiterbienen füllen würde, damit sie nicht verhungert und über den Winter kommt. Anstrengend- diese Verantwortung.

Es gab ein paar Matches und ein paar Männer die ich anschrieb und die generelle Quote war ganz gut- denke ich. Willi (die fake-Namenswahl muss ich wohl nicht weiter erklären) schrieb ich als dritten Mann auf dieser App an und mit ihm lief es gleich ziemlich gut und darüber war ich ZIEMLICH überrascht. Schon klar, ich wollte schon über diese App jemanden kennenlernen, aber dass ich auch tatsächlich jemanden „finden“ würde der nicht creepy Mörder-vibes verbreitet und mit dem es gleich eine gemeinsame und sogar recht humoristische Ebene gab…damit hatte ich wohl nicht gerechnet.

Gut. Erst war er mir ein bisserl zu sehr auf Angriff. Nur weil ich ihm vom Kekse-Essen bei meiner Oma erzähle heißt das nicht, dass ich ihn beim nächsten Mal mitnehme und ein paar andre Dinge fand ich auch noch unstimmig, aber im großen und ganzen wars echt nett. Für meine bisherigen App-Erfahrungen geradezu rekordverdächtig gut!

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Die Konversation lief recht locker flockig. Er hat tatsächlich ein zml Baby-Face. Einige der Fotos waren einfach von fb mit  Bumble connected worden und nachdem ja kein Mensch mehr dort Fotos hochlädt oder aktualisiert, waren es hauptäschlich seltsame Teenie-Fotos von ihm. 3 von 5. Um genau zu sein. Geswiped habe ich ihn wegen Foto 1. Das war einfach mega sympathisch. Auch wenn er mega blond war/ist. Aber der breite Grinser und die funkelnden Augen! Ich hab echt selten jemand so einladend auf einem Foto lachen sehen.

4 Kommentare Gib deinen ab

  1. Woher nimmst Du nur immer diese Energie?

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    1. Keine Ahnung. Vlt bin ich einfach eine Getriebene.

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  2. ballblog sagt:

    Willi…. ohne Worte…. Und wie geht’s weiter?

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    1. Die Geschichte schreibt sich erst

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