Der Froschprinz und seine Prinzessin

Es is soweit.

 

 

 

 

Es ist vorbei, will ich schreiben. Aber dabei beginnt es doch gerade erst. Für den Froschprinzen und seine Gspusi-Frau. Die nicht ich ist. Die sicher viel mehr an und unter ihm gelitten hat als ich es jemals habe. Weil meine Reißleine der Geduld und Selbstverletzung gleich mal über den Bogen gespannt war…ihre aber nicht und…das zahlt sich anscheinend aus.

 

Das zahlt sich aus? Nein. Das liest und fühlt und hört sich ganz und gar falsch an. Ich bin froh, mich nicht so verhalten zu haben wie sie. Und ich bin auch froh nicht den unreifen Froschprinzen an meiner Seite zu haben. Im großen und ganzen passt es also auch für mich, wenn er und sie es nun „gemeinsam probieren“ wollen. Es passt. Auch wenn es meiner Brust-Region eng wird und sich mein Atmen schwer anfühlt. Das sind nur die ersten Reaktionen. Der Schock vielleicht. Der Verlust vielleicht. Den ich irgendwie zu spüren scheine. Und jetzt weiß ich auch wieder wieso es sich so verdammt nach vorbei anfühlt. Es ist vorbei. So spüre ich plötzlich, dass ich nicht mit ihm befreundet sein kann. Weil das Verlangen nach tiefen Gesprächen und danach in seine Haare zu fassen nicht auf einmal aufhört, wenn er aufhört single zu sein.

 

Alles ist schonwieder dramatisch. Ich sitze am Stockholmer Flughafen und erfahre vom frischen -vielleicht-Liebesglück des Froschprinzen. Meines Froschprinzen. Der für eine Andre anscheinend doch der verwandlungsfähige Prinz ist. Das letzte Mal als ich auf einem Flughafen nachhause saß, Video-telefonierte ich, zml Herz-flatternd inkludiert, mit ihm. Damals war er gerade dabei sich für mich zu verwandeln. In den Tagen meiner letzten Uni-Prüfung stand das fest. Unser „Beziehungsversuch“ kam aber zu spät. Oder zu früh. Wie man es nehmen will, es war falsch. Und trotzdem…denke ich jetzt an diesem verdammten Flughafen Gate daran. An ihn. Und mich. Und sie- die es damals auch schon gab. Und irgendwie macht es mich unbeschreiblich wütend. WÜTEND! Andere Gefühle kann ich gar nicht benennen, weil ich sie nur ganz undeutlich fühle. So wie das alles mit ihm immer ist: UNKLAR! Auch jetzt. Es kotzt mich an.

In dieser Woche hat er seine letzten Uni-Prüfungen. Diesmal ist wieder alles gleich und doch alles anders. Alles kommt zusammen. Ob er das Timing für miserable Aktionen gepachtet hat? Ob es ihm überhaupt bewusst ist?

Man sieht es mir an. Nicht die innerliche Herz-Kotze, aber dass etwas gerade nicht stimmt. „Was is los?“, fragt meine Freundin und ich starre nur abwechselnd auf mein Handy und aus der Schnee beklebten Scheibe auf den Flugplatz und schüttle meinen Kopf. „Was?“, fragt meine Freundin jetzt besorgter und dreht sich ganz zu mir um. „Was is dir denn über die Leber gelaufen?“ Nicht über die Leber. Über den Magen. Der ziemlich gute Verbindung zu meinem Herz zu haben scheint. Und dann spüre ich ein Ziehen in meiner linken Brust. Alle meine Sinne erwachen. ‚Das Leben ist zu kurz.‘-weiß ich plötzlich.

Loslassen. Es ist vorbei. Oder wie es meine Freundin Lucy ausdrückte: „Der soll scheißn gehn!“

Als ich diesen Text schon fertig habe. Im Flieger sitze und Spotify für den Flug öffne, spielt Calum Scott Dancing On My Own. Ungefragt.

Timing ist alles.

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