Warum Pocahontas nachts in deinen Garten scheißt

Als mir dieser Titel eingefallen ist musste ich so unglaublich viel lachen, dass der Hund aufgesprungen und leicht verwirrt aber freudig wedelnd zu mir rüber gelaufen kam und nicht wusste ob er sich jetzt mit mir freuen, oder doch besorgt seinen Kopf in meinen Schoß legen soll. Es wurde dann eine Mischung. Im Moment bin ich für den Hund glaube ich eine recht anstrengende Zeitgenossin.

„Ich halt dich nicht fest. Und lass dich nicht los“ singt der Junge von AnnenMayKantereit und ich bin verliebt in seine Stimme und die unsauberen Locken auf seinem Kopf. Das Lied heißt Pocahontas und eine Freundin hat es mir vorhin geschickt, weil sie findet, dass das unser beider Männer-Leben oft ganz gut beschreibt. Wir sind Pocahontas. Oder zumindest ihre Töchter. Und er schreit ins Mikrofon, dass es ihm Leid tut, Pocahontas. Ich hoffe du weißt das.

Gerade bin ich nicht wirklich in dramatisch-melancholischer Stimmung und deswegen hüpfe ich in kurzer Shorts und Top, im Sport-BH in meiner Wohnung herum, während ich die Wohnung ausmale, kalte Pizza aus dem pappigen Karton mit dem Hund teile und schreie „Es ist mir nicht egaaaaaaal! Nicht egal wo du pennst! Pocahontas! POCAHONTAS!“

Meine Freundin regt sich am Telefon darüber auf. Über was genau weiß ich gar nicht so genau. Nicht über meinen Gesang. Über die Männer. Die Gefühle. Die Welt. Die Männerwelt und die Gefühlswelt. Ich bin gerade ziemlich im Einklang mit der Welt. Mit meiner Welt. So schlimm finde ich das Lied auch gar nicht.

Aber sie hört in seinem Text immer nur, dass er sie loslässt, aber nicht gehen lässt. Dass er sie nicht will, sie aber trotzdem noch gefangen hält. Ich hingehen konzentriere mich auf die letzten Worte, die er ins Mikrofon haucht: „Ich halte dich nicht fest.“ Das hört und fühlt sich doch nach Freiheit an! Da, in dem letzten Satz, liegt das Potential um sich selbst zu befreien. Man muss es nur wollen. Lauf Pocahontas! Lauf!

 

Ich bin Pocahontas und nachts komme ich nochmal zu dir zurück, in deinen Herzgarten und scheiß dir dort mitten hinein. Und dann stecke ich einen kleinen Ast in meinen Scheißhaufen und an dem ist ein Zettel befestigt der was von einem Schild hat und auf dem steht zu lesen:

„Es tut mir nicht leid.

-Pocahontas.“

 

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Titelbildquelle

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Danke dir für diesen Ohrwurm und den schönen Text! Auf die Freiheit und auf Pocahontas! 🤗

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