Herzbehindert

Ich bin Herzbehindert. Der Froschprinz schreibt: „Schatzi, das ist nicht dein Herz. Das heißt kopflastig und daran ist nichts behindert.“ Sure. Er ist der Med-Student. Who am I to argue? Andererseits ist er auch wirklich kein Experte wenns um Herzensangelegenheiten geht, also….maybe I am right to argue. Immerhin bricht er mir meines. Immer und immer wieder. Und meistens sehe ich es nicht kommen. Weil ich mich selbst nicht verstehe, bis ich es spüre. Das ist eine Behinderung. Ganz klar.

Gerade sitze ich auf meinem Fußboden zwischen Kisten und Büchern die ich noch packen muss und weine. Ich weine so richtig. So, dass es mich schüttelt und Rotz aus meiner Nase rinnt und mein Gesicht voller roter Flecken ist. Ich habe mich gerade gar nicht im Griff und es ist direkt schwer durch meine verschwommenen Augen die Handytasten zu sehen und mit nassen Fingern am Touch-Screen zu tippen.

Es gibt keinen guten Grund um zu weinen. Ich bin nicht sterbenskrank und eigentlich habe ich mit mir ausgemacht, dass ich nur mehr richtig ugly cry betreibe, wenn es wieder so weit kommt. Und davor habe ich angst. Ich kann gar nicht sagen wie viel Angst ich davor habe. Und ich habe angst dabei wieder so alleine zu sein. So unglaublich alleine. Den Packt mit mir breche ich gerade. Weil ich weine. Heule. So richtig. Weil ich Herzbehindert bin.

Der Hund ist ganz verwirrt. Zuerst drehe ich die Musik laut auf und beginne ihm die ganze Wohnung auf den Kopf zu stellen und jetzt sitze ich hier in seinem Körbchen und flenne. Hardcore. Immer wieder versucht er sich zu mir ins Körbchen zu setzten. Mein Gesicht abzulecken. Meine Hände. Der Hund mag keine Veränderungen. Und Tränen mag er auch nicht. Davon wird es jetzt aber in nächster Zeit mehr geben, fürchte ich. Im Moment hat er sich irgendwie zwischen meine Beine gequetscht und liegt halb auf mir. Das kann auf keinen Fall bequem sein.

Das doofe „Kiss Me“-Lied von Ed Sheeran schallt mir aus den Computerlautsprechern entgegen. „This feels like falling in love“ singt der dämliche Mann. Nein, verdammt! Nein! Gar nicht! „I have been feeling everything from hate to love from love to lust, from lust to truth…I guess that’s how I know “ Boah, sei einfach leise! Aber wenn ich jetzt aufstehe und die Musik ausdrehe dann bin ich alleine mit meinem Geschluchtze. Und das halte ich erst gar nicht aus.

Ich verstehe auch gar nicht wieso es mich jetzt überhaupt so aushängt. Aber ich weine. Ich weine und weine und weine und ich glaube nicht, dass das in den nächsten Minuten aufhört. This feels like falling out of love. I hope. Aber das ist wohl Teil der Herzbehinderung, eben genau das nicht zu wissen.

 

4 Kommentare Gib deinen ab

  1. TeenagerHipsterKind sagt:

    Ach Schatz, ich hoffe dir geht es danach besser. Manchmal ist weinen ne echt gute Hilfe ♥

    Gefällt 2 Personen

    1. Ja, das spült das System mal frei

      Gefällt 1 Person

  2. chinomso sagt:

    Ich finde, weinen befreit.
    Die Last wird leichter.
    Das jedenfalls wünsche ich dir und reiche dir ein Taschentuch.🦋

    Gefällt 1 Person

    1. Danke ❤ Es hilft vlt tatsächlich ein bisschen. AUch wenn ich immer noch nicht weiß, warum ich so fertig war.

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s