Titten, Tulpen und Tortillas

Draußen regnet es. Vorhin schien noch die Sonne und ich verpflanzte für und mit meiner Mutter Frühlingsblumen im Garten meiner Eltern. Der Hund schnüffelte derweil um mich herum und musste sich sehr zusammenreißen nicht wieder alles auszubuddeln. Aber mittlerweile ist er ja schon fast ein alter Herr und die gröbsten Flausen scheinen aus seinem Kopf nicht mehr in die Pfoten zu wandern. Oder die Hundeerziehung greift endlich. Eins von beiden.

Nun sind wir wieder zuhause und langsam beginnt es zu grollen und zu donnern. Merlin(der Hund) kommt sofort zu mir gewuselt und stupst mein Knie an. Ich weiß was das bedeutet und setzte mich zu ihm auf den Boden zu seinem Platz. Dort kuschelt er sich zwischen meine Beine, was trotz seiner Größe irgendwie immer noch funktioniert und beruhigt sich, weil er sich sicher fühlt. Es tut gut zu wissen, dass er sich mit mir sicher fühlt. Dass ich ihm Halt gebe und die Person bin bei der er in Bedrängnis Schutz sucht.

Selbstgemachte Tortillas futternd schaue ich mir A Midsummer Nights Dream an, weil ich nach Ostern meine letzte große Literaturfachprüfung bestreite und versuche mir alle Theaterstücke dann auch inszeniert irgendwie anzuschauen. In dem Fall ist es eben ein Film. Wobei ich bei diesem Shakespeare Stück ohnehin mitsprechen kann. Immerhin habe ich mir ein Zitat daraus auf meinen Rücken stechen lassen. Wie viel nackte Haut in dieser Verfilmung zu sehen ist überrascht mich allerdings. Da vergeht einem ja fast der Appetit. Seitdem ich in der Fastenzeit nun versuche so gut wie vegan zu leben ist der Hund auch nicht mehr wirklich an meinem Essen interessiert. Ein klarer Vorteil. Wobei Merlin eigentlich nie ein bettelnder aufdringlicher Hund war.

In den letzten paar Wochen und eigentlich auch schon nach Neujahr habe ich mich intensiver mit meiner Ernährung beschäftigt. Essen ist sonst eigentlich eher immer etwas gewesen das nebenbei und zwischen drin mal stattfand. Aber irgendwie hatte ich darauf keine Lust mehr. Jetzt finde ich wirklich Freude daran im voraus Essenspläne und Einkaufslisten zu erstellen, auch wenn ich immer noch Raum in meinem Alltag lasse um intuitiv zu essen worauf ich Lust habe. Was ich seit Jänner auch endlich schaffe ist 3L am Wasser am Tag zu trinken. Und mein Körper verlangt mittlerweile sogar manchmal mehr als die 3L. Körper sind schon faszinierend.

Das Interesse an meinem Körper kam das letzte Jahr über schleichend zurück. Davor war es mehr so eine ruhigstellte Akzeptanz, aber keine wahrhafte Auseinandersetzung. Das hat viele Gründe. Durch die erstmalige intensive Beobachtung meines Zyklus, weil ich NER so spannend fand, fand ich einen Zugang zu meiner Haut und meinen Haaren und was mir mein Körper dadurch mitteilen kann und will. Es war wirklich eine Stück-weise Annäherung und eines führte irgendwie zum Anderen. Mittlerweile kommuniziere ich mit meinem gesamten Körper und spüre die positiven Veränderungen nicht nur, sondern sehe sie auch. Das hat sich jetzt auch auf meine Ernährung ausgewirkt.

Über die Fastenzeit hinweg habe ich nun also möglichst vegan gelebt, einfach weil es mir wie der größte Verzicht erschien. War bis jetzt aber gar nicht  so schlimm. Man muss sich mehr informieren und braucht mehr Zeit um zu planen und zu kochen, aber wenn man das mal auf die Reihe bekommen hat, dann kann vegan auch echt lecker und gar nicht so umständlich sein. Ob ich aber dabei bleiben werde, weiß ich nicht.

 

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2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Tatjana sagt:

    Wow! Drei Liter kommen mir gerade so krass viel vor 🙂 Aber ich trinke auch viiiel zu wenig und muss da auch endlich mal richtig dran arbeiten… Danke für’s Erinnern 🙂

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    1. Ja, ich bin auch fast schockiert von mir selbst. Aber man gewohnt sich super schnell dran und ich bin meistens am frühen NM schon mit den 3L durch^^

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