Wochen.Ende

„Schönes Wochenende, Frau Professoooooor!“, schallt es mir am Gang und in den Klassen die ich verlasse entgegen. Ja, es ist Freitag. Endlich! Ich bin genauso begeistert über diesen Umstand wie der große Rest der bevölkerten Schule. Zwei Tage Pause. Puh. „Erholt euch gut.“, lächle ich und spreche dabei eigentlich hauptsächlich zu mir selbst.

Im Auto nachhause kann ich keine Musik hören. Ruhe. Ich brauche jetzt Ruhe. Muss erst mal wieder runter kommen. „Du hast so eine mitreißende Dynamik!“, sagt eine Kollegin. Hm. Vielleicht. In der Klasse drehe ich scho  auf. Aber dabei muss ich aufpassen, dass diese „Dynamik“ niemanden umreißt. Am aller wenigsten mich selbst.

Ich frage mich ab und zu, wenn ich nach der Schule auf meinem Weg nachhause versuche meine Gedanken und den Rest von mir zu sammeln, wie viel von meiner Lehrer-Persona eigentlich gespielt ist. Es stimmt schon, ich bin extrovertiert und präsent (was immer das tatsächlich heißen mag), auch in meinem Privatleben. Aber Schule ist Arbeit. Klassenzimmer ist Aufgabe. Vor-und Nachbereitung Pflicht. Wie viel von mir ist tatsächlich unverfälscht gegenüber den SuS? Und…muss es das überhaupt sein?

Die Schule ist ein komischer Ort. Noch viel seltsamer aber ist es dorthin als Lehrperson zurückzukehren und sich diesen Ort neu zu erschließen und ein Stück weit wohl auch zu erkämpfen. Rück zu erobern.

Aber jetzt ist erst mal Wochenende und ich bin auf dem Weg nach Wien.

 

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