Warum Gilbert (aka der Froschprinz) ein guter Mann ist

Über den Froschprinzen wurde hier schon viel geschrieben. Wenn man mal ehrlich ist, dann begann meine Schreiberei eigentlich auch durch ihn und mit ihm. Seine verwirrenden Signale, unschlüssigen Teilhandlungen und schließlich doch unzureichenden Gefühle trieben mich in die Schreiberei (und leider auch wiederholt in seine Arme). Ich begann mein allererstes Single-Dasein zu dokumentieren, weil ich verstand, dass es ganz vielen Twentysomething Mädchen so erging wie mir und ich diesen Erfahrungen eine (Austausch)Plattform bieten wollte.

Ich bin kein Mädchen das gerne mit anderen Mädchen über ihre Männer-Geschichten redet. Das heißt nicht, dass ich nicht mit Freundinnen über Männer rede, aber ich suche solche Gespräche nicht und wenn dann lasse ich immer lieber andere als mich selbst sprechen. Meine Männer-Geschichten sind intim. Privat- und ja ich weiß das klingt absurd, weil ich ja diejenige bin die diese Stories dann in das Internet hinaus bloggt. Aber hey: I am a confident contradiction. Und irgendwie passt das nun mal für mich so. Oder passte. Dieser Blog bekommt ja Mangels horizontaler Zweisamkeit langsam aber sicher eine andere Richtung. Freut mich übrigens, dass die Blog-Familie trotzdem wächst. ❤

Was war nochmal der Titel dieses Beitrags? Achja, warum Gilbert (erinnert ihr euch noch? wir nennen ihn jetzt so) kein schlechter Mann ist. Oder induktivistischer geschrieben: warum er kein schlechter Mensch ist. Das sollte ich vielleicht mal erklären. Mir ist bewusst, dass ich über recht vieles was mich da vor 1 1/2 Jahren so bewegt hat, geschrieben habe und man vielleicht den Eindruck haben könnte, dass Gilbert ein herzloser elender Fuckboy ist, der mich einfach nur hingehalten und (sexuell) benutzt hat. Mich, das arme weibliche kleine zwutschgi-Opfer, dessen Herz sich ihm so weit öffnete wie ihre Beine es taten. Gewissermaßen simultan. Und ab einem gewissen Zeitpunkt nur mehr sehr widerwillig. Unfreiwillig. Ich weiß nicht ob man es tatsächlich so nennen kann. Ich wollte ja. Aber ich wollte auch mehr. Und das bekam ich nicht.

Gilbert ist kein Unmensch. Er ist nicht meine Nemesis. Er ist nicht mal wenn er sich bemüht besonders schurkenhaft. Ich mag seinen lockigen Wuschelkopf und sein rundes Gesicht mit den kleinen Augen. Seine Hände sind irgendwie seltsam, aber irgendwie auch recht schön. Das gilt für den gesamten Froschprinzen, finde ich. Er ist überlegt und nachdenklich und trotzdem irgendwie gesellig. Seine Gedanken scheinen manchmal recht abstrakt und kompliziert zu sein. Vielleicht überdenkt er und zerdenkt er einiges zu sehr und anderes nicht genug. Er ist unterhaltsam und lustig, besonders in den Momenten in denen er es nicht darauf anlegt und wenn er vielleicht auch niemand ist mit dem man tatsächlich Pferde stehlen könnten, so ist er doch jemand mit dem man das Unterfangen zumindest planen könnte.

Ich habe keine schlechte Meinung von Gilbert. Gilbert ist okay. Er ist halt einfach menschlich und in menschlicher Interaktion passieren Fehler. Manchmal auch verletzende Fehler. Gilbert hat sich nie bei mir entschuldigt. Ich finde heute auch nicht mehr unbedingt, dass es nötig ist. Es gibt mir nichts mehr, ob er sein Verhalten mir gegenüber nun bereut oder nicht. Und mit bereuen meine ich, dass er versteht, wie sein Verhalten und Handeln mich immer wieder erneut hoffen ließ und er diese Verletzlichkeit für sich nutzen konnte. Ich denke er weiß, dass damals viele Sachen nicht ideal gelaufen sind. Nicht okay waren.  Muss er sich mir gegenüber deswegen öffnen? Nein. Und vielleicht hat er sich sogar entschuldigt. Auf seine Weise.

Der Froschprinz wird immer ein Froschprinz sein. Weil er sich selbst in dieser Rolle gefangen hält, sich darin vielleicht auch zu gut gefällt. ER ist nicht fähig daraus auszubrechen, sich daraus heraus zu helfen und vermutlich liegt das auch daran, dass er das gar nicht so unbedingt will. Der Froschprinz will nicht der Märchenprinz einer holden Prinzessin sein. Damit würde er sich ja binden. Und damit würde dann Verantwortung auf ihn zu kommen und… echte Gefühle? Commitment? Zweisamkeit? Verletzlichkeit? Sowas wie gemeinsame Zukunftsplanung? Nö. Nicht für den Froschprinzen! Der dümpelt nämlich einfach gerne in seinem eigenen Teich vor sich hin und quackt im vorübergehen hin und wieder mal die ein oder andere Prinzessin an, die sich an seinen Stammplatz verirrt. Und wenn er Glück hat und eine besonders mutige oder hoffnungsfrohe (oder verzweifelte/einsame) Dame erwischt, dann hebt sie ihn auf, lässt ihn in ihr Bett und spielt eine Weile mit ihm. Vermutlich in der Hoffnung, dass er sich verwandelt. Vielleicht steht die ein oder andere aber auch einfach auf Frösche.

Was ich damit sagen will ist: Der Froschprinz ist nicht das Böse und falls ich diesen Eindruck tatsächlich mal erweckt haben sollte, dann möchte ich das damit ausdrücklich korrigieren. Er ist ein lieber junger Mann und ein Produkt einer ziemlich komplizierten und vielleicht sogar kaputten Dating-Welt, der seinen eigenen Rucksack mit Problemen und Sorgen mit sich trägt und nie gelernt hat sich fest zu legen und was es tatsächlich heißt zu lieben. Behaupte ich. Ich würde sogar behaupten, dass er (selbst)reflektiert ist und Ansätze zur Verbesserung zeigt. Das ist schon was. Ich wünsche ihm, dass er sich irgendwann von selbst aus seiner vermeintlich bequemen Wasser-Teich-Umgebung heraus katapultiert, sich dahingehend befreit und zu erkennen begreift, dass es ein viel schöneres und weniger trübes Leben abseits dieses Tüpelwassers gibt. Dass es sich dafür lohnt über seinen Frosch-Schatten zu springen.

Und falls du das hier stalkst, liebster Froschprinz: Ich habe kein schlechtes Bild von dir. Du bist vollkommen okay so wie du bist. Regelrecht liebenswert. Und das sage ich jetzt nicht nur weil es mir ein christliches (Pflicht)Bedürfnis ist :-* Und damit wäre dann zu diesem Kapitel meines Daseins wirklich alles gesagt. Bussi ❤

4 Kommentare Gib deinen ab

  1. Sehr erwachsen von dir 😉

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  2. ballblog sagt:

    Hast Du ’ne Folge Bachelor geschaut und nun ist er gar nicht mehr so schlimm? 🙂

    Vielleicht sucht er ja auch einfach nur ’ne Kröte, wer weiß?

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    1. Who knows! Ich denke er weiß es selbst nicht. Aber das ist ganz allein sein Problem.

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