Sonntags-Sorgen #26

Keine Sonntags-Sorgen diesen Sonntag (trotzdem ein langer Text). Gerade sitze ich nach einer echt intensiven Woche in der Nähe von Wien in einem Kloster und denke ein bisschen an all die Vorlesungen und Vortragenden und liebe Menschen die ich diese Woche wieder besuchen durfte. Dieser externe-Studienlehrgang ist wirklich fordernd und intensiv, aber super bereichernd und greift so tief und verändernd in mein Denken und Leben ein, wie ich es nicht für möglich gehalten habe. Ich spüre endlich seit langem wieder etwas und das ist in meinem persönlichen Glaubensleben echt selten.

Die Sache mit meinem Glauben ist so eine Sache. Darüber habe ich hier noch nie auf einer persönlichen Ebene gesprochen. Ich war nicht immer Christin (wobei ich auch nicht glaube, dass es irgendjemanden gibt der das von sich behaupten kann, weil es eine persönliche ENTSCHEIDUNG ist, auch wenn man in einem christlichen Kontext aufwächst). Meine Eltern sind bzw. waren nicht gläubig und für mich war es ein komplexer Weg über ein Philosophie-Studium zur Theologie und schließlich zu Jesus., der gerade auch in meinem Umfeld überhaupt nicht unterstützt oder verstanden wurde. Aber das ist eine andere Geschichte und ich weiß auch nicht ob ich jemals die Worte oder die Geduld finden werde sie aufzuschreiben. Wenn ich über Gott und (meinen) Glauben schreibe kommt mir sowieso immer alles viiiiel zu unzureichend und unbefriedigend vor.

Mein Glauben ist mehr suchen und zweifeln und ringen, als ‚erfüllendes Gefühl‘ und pure Emotion. Hin und wieder habe ich früher die Augen verdreht, über Menschen die in jeder kleinen Begebenheit in ihrem Alltag Gottes Wirken und Eingreifen gesehen haben und mir in meiner eher skeptischen und wissenschaftlichen Annäherung an Gott sehr naiv und vielleicht auch nicht ernst zu nehmend vorkamen. Ich bin in ganz vielem viel zu viel Kopf und zu wenig Herz und es fällt mir schwer mich auf etwas einzulassen, das im Letzten eben auch Erfahrung ist und nicht nur rein rationaler Verstand. Irgendwie ist das für mich negativ besetzt, obwohl das eigentlich keinen Sinn macht, weil es eine absolute Reduktion des Menschen wäre ihn nur als Ratio zu sehen und nur das als wertvoll zu betrachten. Das christliche Menschenbild ist in meinen Augen dasjenige das den Menschen am besten und tiefsten in allem was er ist und sein kann erfasst -und das ist kein Zufall. Aber gerade möchte ich nicht zu tief gehen in meinem Getipsel.

Es war eine schöne und intensiv gelebte und geliebte Woche in der ich , nicht nur hier, viel gelernt habe und mitnehmen kann. Ich bin wahnsinnig dankbar für ganz Vieles aus den letzten Tagen und für ganze Vieles allgemein. Das Leben ist schön und das sollte ich wohl einfach mal zulassen.

8 Kommentare Gib deinen ab

  1. CineWelt sagt:

    Ich finde deine Beiträge zum Glauben extrem spannend. Darüber würde ich hier gerne mehr lesen.

    Hab weiterhin so tolle Wochen! 🙂

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  2. dieeinea sagt:

    Mich interessieren Beiträge zum Thema Glauben auch sehr. Vor allem weil du nicht die „typische Christin“ bist und dein Blickwinkel ein ganz anderer ist.

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  3. ballblog sagt:

    Der letzte Gedanke ist auch gut. – Und dennoch schade, daß Du die großen Ausführungen zuvor – für dieses Mal – irgendwie abgebrochen hast. Gern mehr davon!

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    1. Haha^^ Ja, theologische und tiefere Texte sind eben deutlich wichtiger, was die Gewichtung angeht und da kann ich nicht so larifair Texte raushauen, wie ich das sonst für diesen Blog eientlich tue. Deswegen ist es mir meistens zu anstrengend, aber wie man an den neuesten Beiträgen sieht, versuche ich da jetzt mutiger zu werden und mir Zeit (für die wirklich wichtigen Dinge) zu nehmen 😉

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      1. ballblog sagt:

        Ach, ob das andre alles nur larifari ist, sei mal dahingestellt. – Aber „Theologisches und Tieferes“ liest sich ebenso gut bei Dir. Gerade, wenn Du den großen Bogen schlägst wie in diesem Beitrag.

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      2. Jetzt bild ich mir dann fast was auf meine Schreiberei drauf ein 😛 Haha^^ Lass mal, bevor ich hochmütig werden, dazu tendiere ich sowieso schon 😉

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      3. ballblog sagt:

        LOL Dann gibt es wenigstens jemanden, der schuld hat 🙂

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