Die Bilanz

Ein Jahr ist rum. Zeit eine Art Dating-Bilanz zu ziehen. Finde ich.

Da gab es also:

den Froschprinzen

diesen Typen

Mark

den Kaiser

die lokale Berühmtheit

Jon-Snow

Jonas

der Hostel-Typ

den anderen Philipp

den Mann den ich hier auslasse

und dann noch ein, zwei, drei, mehr Jungs mit denen es über den ersten Kaffee oder ein freundliches Gespräch nie hinaus ging.

 

Was kann ich nach einem Jahr des kreuz-und-quer Datings sagen? Dating ist fun! Dating ist Spaß und wenn man es nicht all zu oft macht dann auch ein bisschen Bauchkribbeln und Aufregung. Ich habe gelernt zu flirten und mit einem Auge zu zwinkern. Letzteres ist in kleinen Bars ganz brauchbar. Ich habe auch Freude am unbekümmerten Flirt gefunden und es genossen, Männer die mir begegnete, als potentiell ‚mehr‘ zu sehen und nicht nur als tabu. Als frischer Single war ich da kurze Zeit im Umgang mit ihnen richtig befreit und losgelöst. Je länger ich jetzt aber „ungebunden“ bin, desto zurückhaltender werde ich jedoch in diesem Zusammenhang.

Ich habe in diesem Jahr herausgefunden, dass viele Männer gerne für mich kochen und dass das eine schöne gemeinsame ‚dating-Aktivität‘ sein kann. Meine Freunde lachen immer, wenn ich wiedermal von einem Mann bekocht werde. Anscheinend passiert ihnen das nicht so oft. Ist mir aber egal, ich bin halt sehr offensichtlich ein Mädchen das gerne isst und dass man bekochen kann 😛

Für erste Dates treffe ich mich lieber mit jemanden auf einen Drink oder einen Kaffee, da zahle ich dann auch in der Regel selbst, finde es aber gut wenn er mich fragt ob er mich einladen darf. Kein ganzes Essen-, beim erstem Date, weil das schon zu lange ist und man Gefahr läuft viel länger in einem miesen Date festzuhängen, als man das eigentlich will. Ich gehe auch lieber auf Dates in Gegenden in denen ich mich auskenne, weil mir das eine gewisse Sicherheit gibt und ich bringe mich anschließend gerne selbst nachhause.

Ich mag große Männer und bärtige Gesichter. Ich fühle mich zu starken Schultern und lässigen Jacken hingezogen. Es sind meistens ‚Beschützer-Typen‘, die wissen was sie wollen und sich nicht daran stören, wenn ich auch mal die Innitiative ergreife. Ich finde lockige Wuschelköpfe gut und tiefe Stimmen. Männer die etwas Männliches haben und das zelebrieren. Nicht diese Haargelfetischisten mit mini-Glätteisen und Reiseföhn. Lieber sind sie mir dunkelhaarig als zu blond. Mit älteren habe ich im Schnitt bessere Kompatibilität.

Klare Ansagen und Aussagen sind mir wichtig. Damit kann ich arbeiten. Generell würde ich mich mit keinen frisch getrennten Typen mehr verabreden und wer sein WG-Zimmer für mich nicht aufräumt ist meine Zeit nicht wert. Was Studien-Vorurteile betrifft, so bestätigen sie sich meist. Nur weil jemand anfangs zurückhaltend ist, muss das nicht heißen, dass er kein Fuckboy ist. Fuckboys sehen auch nie aus wie Fuckboys.

Ich kann keine positive Dating-Bilanz ziehen, weil ich keinen Vergleich habe. Das hier war mein erstes Jahr als Single. Im Großen und Ganzen, denke ich, war es okay. Natürlich wäre es toll gewesen, wenn man nicht nur gedatet, sondern im daten auch gefunden hätte. Allerdings war mir ja sehr lange nicht klar was ich suche und eine ganze Weile lang war ich auch mehr am ausprobieren als am suchen.

Trotzdem muss man an dieser Stelle wohl festhalten, dass die meisten Männer, die ich so kennengelernt habe, doch Enttäuschungen waren. Auf die eine oder andere Art. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass da auch recht viel Pech dabei war. Unter all den Männern war wirklich keiner dabei der jetzt mit Beziehungspotential hätte punkten können. Irgendwas war immer, das nicht stimmte oder schief ging.

Neulich hörte ich zwei Mädchen über ihre „Dating-Strategien“ sprechen. Da fiel mir auf, dass ich nicht mal eine Strategie habe. Im letzten Jahr habe ich ins Blaue hinein gedatet und getindert und mir nicht groß etwas erwartet. Ich war einfach hungrig nach mehr und nach anderem als das was ich kannte. Und ich kannte ja nur den Ex-Freund. Zu Beginn wollte ich irgendwann einfach meine Festplatte überspielen. Bin jetzt aber doch enttäuscht. Natürlich erwartet man sich, dass man sich irgendwann was ergibt. Ob ich mir für das kommende Jahr eine Art Strategie zurecht legen sollte?

Nach einem Jahr dating habe ich jetzt zumindest das erste Mal einen klaren Beziehungswunsch. Hätte gerne sowas wie Alltag und Zweisamkeit und auch nicht mehr die Freiheit unbedarft zu flirten. Ich will wieder jeden Morgen neben jemandem aufwachen den ich wegen seinem schlechten Atem anmaulen kann und trotzdem beleidigt bin, wenn er mich in der Früh, nach dem aufwachen, nicht gleich küsst. Ich will wieder gemeinsame Freunde haben und seine zu meinen machen. Ich will an einer Bar stehen und dem Typen neben mir sagen, dass das da drüben mein Freund ist und er keine Chance hat, weil ein anderer seine genutzt hat. Ich möchte in meiner Wohnung ein Knutschfoto auf meinem Hausberggipfel von ihm und mir aufhängen. Ich möchte mich an Weihnachten fragen müssen bei wem man nun feiert und mir Sorgen machen, dass mich seine Mama nicht mag. Ich will Eifersucht in seinen Augen sehen, wenn mich einer zu lange zu freundlich anlächelt und ich will unter Facebook-Couple-Posts verlinkt werden die den Beziehungsalltag enttarnen. Ich will Schnulzen-Bücher lesen und die fiktiven Charaktere nicht mehr um ihr Liebesleben beneiden. Ich will so lange an jemandem riechen bis ich seinen Geruch nicht mehr aktiv wahrnehme, weil er zu vertraut geworden ist und mit meinen verschmolz. Ich will Blogeinträge schreiben die so kitschig und verliebt und später so gähnend langweilig werden, dass ihr mich alle unfollowed.

13 Kommentare Gib deinen ab

  1. TeenagerHipsterKind sagt:

    Ich bin zwar etwas jünger als du, aber kann seinen Wünsch nach Beziehung vollkommen verstehen. Geht mir genauso 😦 ^^

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  2. Auch ich kann das gut verstehen. Alles. Bei mir dauert es ja nun schon ein bisschen länger an der Zustand aber ich bin froh dass die Festplatte überschrieben ist. Irgendwann werden wir wieder jemanden kennenlernen, der dann zu uns gehört und wir zu ihm. Und bis dahin heißt es „keep calm and blog on“!

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    1. Haha^^ Der beste aufheiterndste Kommentar überhaupt ❤ Danke!

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  3. PS: ich glaube nicht dass man die Liebe strategisch herbei führen kann. Man kann nur offen sein und in die Welt hinausgehen. Mehr kann man nicht tun meines Erachtens.

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    1. Ja, das glaube ich auch. ich wüsste nicht mal was man unter Strategie in diesem Zusammenhang versteht. Mir fällt da nur ‚Berechnung‘ ein, aber selbst das stelle ich mir schwierig (und falsch) vor.

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      1. Mir geht es ähnlich. Auch wenn ich es nicht verstehe, strategisches Dating fühlt sich grundfalsch an 😅

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  4. Blogcrawler sagt:

    Schön geschrieben ! Wie wäre es noch mit ‚Jemanden finden, mit dem ich mir in 10 Jahren auf Fotos das Heute ansehen kann und gemeinsam darüber staunen wie alt wir geworden sind‘

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    1. Das kommt auf jeden Fall auf die Liste! Und dankeschön 😊

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  5. Ich frag mich, wo du die ganzen Typen kennenlernst 😉
    Ich bin jetzt auch seit einem Jahr single (nachdem ich davor knapp vier Jahre in einer Beziehung war) und in diesem Zeitraum bin ich genau drei Männern nähergekommen, im Sinne von sich ein paar Mal treffen, bei ihnen zu übernachten etc. wobei zwei davon (leider) Arbeitskollegen waren.
    Deswegen frag ich mich wirklich, wo man jemanden kennenlernen könnte, beim Fortgehen funktioniert das meiner Meinung nach nicht und bei Dating-Apps bin ich auch mehr als skeptisch.
    Bzw. woher weißt du, oder wie entscheidest du, dass es Typ von Tinder wert ist, dass du dich mit ihm in der realen Welt triffst? Machst du es einfach, ohne groß drüber nachzudenken?
    Das könnte nämlich mein Problem sein, denke ich. Ich denke über alles zuviel nach und denk mir dann, bevor ich mich auf einen Enttäuschung einlasse, lass ich es lieber gleich. Dabei bin ich gar nicht unbedingt auf der Suche nach einer Beziehung, wobei insgeheim ja vielleicht doch, wenn ich im Daten zwecks des Datens wegens irgendwie keinen Sinn sehe und deswegen zu keinen Dates komme?
    Sorry für den etwas konfusen Text, vielleicht verstehst du ja (irgendwie), was ich meine und kannst mir deinen Zugang dazu und deinen bevorzugten Ort um Männer kennenzulernen näherbringen 😛

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    1. Haha^^ ich kann das was du schreibst sehr gut nachvollziehen. Wenn du ein paar der Texte liest, dann wird dir vlt auch klar, dass ich keine großartige Strategie verfolgt habe. Ich war vor gut einem Jahr das erste Mal in meinem Leben single-bin Studentin- und hab dann einfach mal alles so gemacht und ausprobiert zudem ich dann die ungewohnte Freiheit hatte. Gleich mein erstes Tinder-Treffen war dann der Typ der auf meinem Blog mitlerweile unter Froschprinz bekannt ist und sogar seine eigene Kategorie/Rubrik hat. Der verfolgt mich immer noch. Generell hab ich mich mit unendlich vielen Männern meiner Umgebung gefühlt gematched, aber die mit denen ich mich getroffen habe waren zu 98% im real-Life nicht mein Fall. Zu viel vor Treffen hab ich nicht nachgedacht. Das waren auch durchgängig entspannte Kaffee-Dates oder so. Unter Studenten ist das eh zml locker und üblich. Über 1 Date lief aber das Allermeiste nicht hinaus. Mark (der hat auch seine eigene Kategorie) hab ich auf der Arbeit kennengelernt, war aber kein Arbeitskollege. Bis kurz davor war der Froschprinz eig noch im Bilde. Vor dem Sommer hab ich dann Tinder gelöscht, weil mir das zwar viel Bestätigung und iwie das Gefühl von „ich könnte ja wenn ich wollte“ gab, aber eben auch nicht das Gelbe vom Ei war, in meinem Fall. Ende des Sommers traf ich dann Harry in einem Hostel in Schottland. Das war so eine Zufallsbegegnung, ist jetzt aber aufgrund der Entfernung eher schwer und wohl mehr eine Urlaubsliebe gewesen. Tja und jetzt bin ich das erste Mal so wirklich alleine, schätze ich und lerne damit gerade umzugehen und mich offline zu verlieben 😉

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      1. Ja, hab deine Texte eh größtenteils mitverfolgt, die Story mit dem Froschprinz kommt mir auch irgendwie bekannt vor^^
        Der verfolgt dich sicher deswegen noch, weil er der erste Typ war, der dann nach deiner Beziehung kam, ist bei mir auch so. Da war auch ein so ein Typ, mit dem ich mich ein Monat lang getroffen hab, bis er mir gesagt hat (was mir ja eh eigentlich schon klar war) dass er sich sicher ist, dass er weniger empfindet als ich bzw. keine Sinn darin sieht, also insgesamt gefühlsmäßig und auch vom Altersunterschied her. Und dann, nachdem ich dann ungefähr ein halbes Jahr später dachte ich hätte damit abgeschlossen oder es mir zumindest versucht habe einzureden kommt er wieder auf mich zu und ich Idiotin lass mich wieder drauf ein, nur damit er mir nach ein paar Wochen sagt dass er wen kennengelernt hat und ich natürlich, obwohl ich mir und ihm gesagt hab dass das voll ok ist, weils ja auch so abgemacht war, dass da nicht „mehr“ ist zwischen uns trotzdem wieder da bin wo ich vor einem halben Jahr war und der ganze Verarbeitungsprozess von vorn losgeht. Ich frag mich, ob ich nächsten Mal nein sagen kann, aber du weißt ja wie das ist, von wegen Rückgrat und so 😉

        Das Alleinsein muss man auch erst mal lernen, glaub mir, ich versuchs seit geraumer Zeit, manchmal gehts mir besser damit manchmal schlechter.
        Das komische ist, als ich noch in meiner Beziehung war, war ich immer froh, wenn ich mal die Wohnung für mich hatte und allein zuhause war, momentan halt ich es nicht allein aus, und versuch mir immer irgendwas vorzunehmen und daheim mehr oder weniger nur zum Schlafen zu sein oder ggf um Leute im Internet zuzutexten wie du vll merkst^^

        Gefällt 2 Personen

      2. Haha^^ alles wovon du da schreibst kommt mir SEHR bekannt vor 😂🙈 Es ist eben echt nicht so einfach.

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