Montags-Momente #16

Es ist Vormittag. Wir trinken Tee und ich erzähle ihm etwas. Er muss lachen. So heftig, dass ihm der Tee wieder bei der Nase heraus kommt und ich aufgrund dessen schadenfroh die Hände über dem Kopf zusammenschlage und eher weniger Lady-haft wiehere. „Du bist ja unmöglich!“, lach-ruft er (auf Englisch) und versucht sich in der kleinen Küche trocken zu tupfen. Der Boden ist auch nass. Gleich bekomme ich Spatzen vom Lachen, aber bevor es so weit kommen kann, stürzt er sich auf mich. Es ist die gute Art von stürzten, die von Schmetterlingen beflügelt wird. Trotzdem muss er eigentlich gleich zur Arbeit.

Am Abend soll ich ihn und ein paar seiner Kumpels mit ihren Mädels im Pub treffen. Ich möchte cool aussehen und tausche meinen senffarbenen Mantel gegen eine Lederjacke. Die Haare trage ich in einem Messy-Bun, meine Brille sieht aus wie von Asos mit ihrem Drahtrahmen. Die weiße Bluse knöpfe ich bis oben hin zu, weil ich den starken weißen Kragen so mag und die ausgewaschenen Jeans, plus den bunten Sneakern, lassen das ganze ein bisschen lässig aussehen. Hoffe ich zumindest. Ein Schal schützt mich vor der winterlichen Luft hier und ein Gürtel vor dem Herabfallen der Jeans (was eigentliche Blödsinn ist, weil die eh mega eng sind). So laufe ich zum Pub. Nach ein bisschen suchen finde ich die gemischte Truppe und versuche selbstbewusst zu wirken. Wirklich fühlen tu ich mich gerade nicht so, aber meine Nervosität legt sich schnell. Alle sind super nett und relaxed. Harry sieht glücklich aus und ich glaube ich bin der Grund dafür.

Draußen vor dem Pub, umarmt er mich vor allen anderen, von hinten rum. Ich war eigentlich nie so das Mädchen für Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit, aber das hier genieße ich ziemlich. Während ich vertraut an ihm lehne und er mich an sich gedrückt hält unterhalten wir uns ganz entspannt mit den anderen. Niemand guckt komisch. Das hier scheint für alle normal zu sein. Ich entspanne mich langsam auch innerlich. Später gehen wir ein Stück und seine Hand findet wie ganz selbstverständlich meine. Händchenhalten bin ich mit ihm ja nun auch schon gewohnt. Darauf steht er, das war gleich am ersten Abend damals klar. Kleine elektrische Schocks durchfahren meinen Körper, wenn sein Daumen an meinen Fingern entlang reibt.

Die Mädchen und ich wollen noch Essen holen. Wir haben Hunger. Harry und ich sind nun also voraussichtlich für die nächsten 15 Minuten getrennt. Als wir zurück kommen, küssen die Mädchen, mit deren Freunden Harry zusammen vor dem Pub steht, ihre Männer. Ich möchte mich nicht einfach komisch neben ihn stellen und „Hey!“, sagen und bin kurz wieder sehr angespannt und deswegen unentspannt, weil ich nicht weiß wie ich diese sozial-herausfordernde Situation meistern soll. Er grinst mich an und ich denke mir nur ‚Scheiß drauf!‘ und küsse ihn lächelnd auf den Mund. Ihm gefällt das. Es ist gar nicht so komisch wie ich befürchtet hatte. Er fordert sogar gleich noch einen Kuss ein, der ein bisschen intensiver wird und einer der anderen Jungs macht so ein ‚wuuhuuu‘-Geräusch, das auf uns bezogen ist. Ich löse mich leicht rot anlaufend von Harry. Der grinst einfach nur und beugt sich nochmal zu mir um mich auf die Wange zu küssen. „You’re cute.“, flüstert er.

Von meinem Sandwich bekommt er trotzdem nichts ab 😛 Da hört die Zuneigung auf! …oder was auch immer das ist^^ Beim Essen hört es jedenfalls auf.

 

 

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2 Kommentare Gib deinen ab

  1. solang es beim ESSEN noch aufhört …

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  2. Haha^^ 😛 Wer weiß…

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