Rotwein-Gedanken

Unser erstes Date war perfekt. Wir saßen am Fluss, der unsere Stadt entzwei teilt und tranken Wein. Er weißen. Ich roten. Die Plastikbecher die er mitgebracht hatte, verweigerte ich. Aus meiner Tasche holte ich Kekse hervor und so saßen wir auf großen wackeren Steinen am Wasser und vergaßen die Zeit. Es wurde dunkel. Es wurde spät. Keiner von uns wollte gehen. Beide von uns mussten am nächsten Tag arbeiten.

Es war so unaufgeregt und dabei so aufregend

Wir sprachen über alles. Kamen vom Hundertsten ins Tausendste. Zumindest fühlte es sich so an. Aber meine Sinne waren getrübt. Nicht vom trüben Wasser, sondern vom Traubenwein. Er war süß. Der Wein und der Mann. Sein Lachen war angenehm, meines angeschwipst. Irgendwann war es so spät, dass niemand sonst mehr am Fluss war. Wir hatten der Stadt beim einschlafen zugeschaut und dabei doch nur Augen für einander gehabt.

(Viel)Versprechen(d)

Er schob sein Rad neben mir her nachhause. Seine Wohnung liegt nur zwei Straßen weiter. Alles an ihm ist so praktisch. „Machs gut.“, sagte ich und stellte mich auf die Zehenspitzen, um ihn zu umarmen. „Bis bald.“, sagte er und meinte das als Versprechen. Als ich gerade dabei war meine Wohnungstür aufzuschließen, bekam ich eine Nachricht von ihm aufs Handy.

„Also- wenn ich es mir aussuchen könnte, würde ich dich ja gerne morgen zum Mittagessen einladen.“

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