Zwei Herzen, schlagen ach in meiner Brust

Es sind nicht zwei Seelen die in meiner Brust schlagen. Es sind zwei Herzen. Ein Herz, das untertags schlägt, fühlt und lebt und eines, dass nur des Nachts auftaut und mich spüren lässt, wovor mich das „unter-Tags-Herz“ sonst schützt.

Und so kommt es, dass ich wach liege. In meine unzähligen Pölster und die Bettdecke für zwei gehüllt bin (von der trotzdem immer zu wenig da ist) und weine. Vorhin noch hemmungslos überflutend, jetzt nur mehr beiläufig. Aber konstant. Warum ich weine? Weltschmerz vielleicht. Vermutlich aber vor allem viel von meinem persönlichen Schmerz, dem ich keinen Namen gebe.

Es besucht mich immer nur Nachts, dieses eine Herz, das mit dem anderen zusammen und doch getrennt voneinander in meiner Brust schlägt. Es ist so viel größer, als das Hez des Tages. So viel roher und aggressiv schlagender. Es hat nur Platz, wenn sonst alles in mir und um mich herum still und leer ist. Also meistens nachts.

Dieses Herz bringt Schmerz mit, eine Ladung Gefühle und Emotionen die mich (über)fordern. Ich spüre so viel mehr mit diesem Herzen. So viel mehr von mir, dass ich sonst begrabe. Vergrabe. Hüte mich davor es auszugraben. Aber das Herz kommt von ganz alleine. Immer ungefragt. Aber trotzdem wichtig.

Gerade fühle ich mich einsam. So unendlich einsam. Alleine. Verlassen. Leer und trotzdem überquillend voll. Voll mit den falschen Gefühlen. Das ist so anstrengend. Ich will wieder mal voll sein vor Glück und kann mich nicht mehr daran erinnern wie sich das überhaupt anfühlen soll.

Irgendwann, wenn es zu viel des Herzens wird, schlafe ich vor Erschöpfung ein und wenn ich dann am nächsten Morgen aufwache spüre ich vielleicht noch das schwache Pochen meines Nacht-Herzens, das dann aber geschwind von meinem Tag-Herz ersetzt wird. In der Welt da draußen, unter Tags, ist kein Platz für mein anderes, dunkles, melancholisches, ungezähmtes Herz.

Ich bin mir nicht sicher ob in meiner Brust Platz dafür ist. Es fühlt sich immer öfter so an als würde es mich zerreissen. Vielleicht sind zwei Herzen eines zu viel.

3 Kommentare Gib deinen ab

  1. elefantenblau sagt:

    Das Nacht-Herz braucht vielleicht ein bisschen von der Tag-Zeit. Zwei Minuten da liegen und nichts tun, meditieren, den Körper wahrnehmen. Denn offensichtlich braucht es Platz 💚

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  2. Mit solchen Gefühlen bist Du nicht alleine. 😉

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